Karl Rabeder – Hör auf die Stimme Deines Herzens
Karl Rabeder ist Österreicher, 1962 geboren, leidenschaftlicher Pilot (Segelflugzeuge) und sehr erfolgreicher Unternehmer. Irgendwann wurde das Gefühl in seinem Herzen immer lauter, das ihm sagte, dass irgendetwas “schief” läuft. Nach außen der erfolgreiche Top-Unternehmer – ließ sich diese Stimme irgendwann nicht mehr ausblenden.
Ein vermeintlicher Traum-Urlaub in Hawai’i ließ ihn aufwachen – er erkannte, dass er sich mit all seinen Millionen kein wahres Glück und keine tiefe Freude kaufen konnte. Dies zu erkennen ist das eine – die Konsequenz, mit der Karl Rabeder dann sein Leben veränderte ist etwas ganz anderes:
Er verkaufte seine gut laufende Firma, er verkaufte sein “Schloss” in Frankreich und seine Traumvilla in Österreich – den Erlös nahm er als Startkapital für seine Initiative MyMicroCredit, über die Europäer Mikrokredite an Bedürftige vergeben und zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit verhelfen können. Zahlreiche Medien berichten, u.a. Spiegel-Artikel zu Karl Rabeder
Was fasziniert mich persönlich an Karl Rabeder?
1. Seine Konsequenz im Handeln – wie sehr kenne ich das “Anklopfen” dieser inneren Stimme und wie sehr kenne ich das Festhalten an alten, vermeintlichen Sicherheiten in Strukturen, die einem vertraut sind. Er ist ein großartiges Beispiel für all jene, die aufgrund der Gute-Zeiten-Falle ihre Big Five for Life nicht leben. (hiermit sind diejenigen Menschen gemeint, deren wirtschaftliche Situation so gut ist, dass sie auch einen entsprechend hohen Lebensstandard verbunden mit Ausgaben haben, der es ihnen schwer macht, eine berufliche Neuorientierung anzustreben. Meist ist dieses hohe Einkommen verbunden mit wenig Freizeit.)
2. Finde ich den Ansatz der Mikrokredite großartig – einerseits in Entwicklungsländern, aber auch hier bei uns in der westlichen Welt. Warum (ausschließlich) Finanzinstitute dazwischen schalten, wenn es doch auch auf direktem Weg geht. Wegen der Sicherheit ?! Die letzten Finanzkrisen haben uns gezeigt, dass dies häufig Augenwäscherei war. Wegen der Risikostreuung? Okay, hier bin ich dabei – Risikostreuung macht Sinn. Aber ganz ehrlich: warum nicht einen Teil der Anlagen in genau diese Projekte stecken. Karl Rabeder hat Recht: 25 oder 50 Euro tun hier keinem weh und helfen gleichzeitig auf der Südhalbkugel einem Menschen in die Selbständigkeit zu kommen.
3. Ich mag die wunderbaren Bilder, die er in seinem Buch verwendet: einen Marillenbaum mit bislang nur 2 reifen Marillen, den Vergleich von Mast- und Wildschwein. Ich mag die gnadenlose, konsequente Wahrheit, mit der er über unser Konsumverhalten spricht, über unsere Anfälligkeit für Werbung und unseren Glauben, die Kontrolle über alles das zu haben.
4. Last but not least: seine Leidenschaft fürs Fliegen – seine Beschreibung über die Freiheit in der Luft. Wer mich kennt, der weiß: ich liebe das Fliegen und durch die Lektüre seines Buches ist bei mir diese Faszination und Begeisterung wieder wachgekitzelt worden. Richard Bach’s Bücher (Autor der Möwe Jonathan) habe ich verschlungen vor allem wegen der Beschreibung des Fliegens. Karl Rabeder gelingt es bei seinen leidenschaftlichen Beschreibungen des Fliegens mich genau so in den Bann zu ziehen.
Karl Rabeder kenne ich nicht persönlich. Ich habe ihn “zufällig” am Karfreitag bei meinen Eltern im Fernsehen gesehen (MDR, Unter Uns) und war von dem kurzen Beitrag fasziniert und inspiriert. Am folgenden Tag habe ich mir sein Buch gekauft, es am Abend “in einem Rutsch” durchgelesen. Und konnte dann nicht einschlafen …
Wow, dachte ich – ob seiner Konsequenz und seinem “Vorbild” in Sachen, die eigenen Big Five for Life leben. Es ist wunderbar, wie er den Punkt “Zufriedenheitskurve” aus dem Big Five for Life-Konzept beschreibt: “Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch in meinem neuen Leben Momente geben wird, in denen ich den Komfort des alten Lebens zu schätzen wüsste. Etwa, wenn es in Strömen regnet, ich durch das sumpfige Gras zu meiner Hütte stapfe und mich durchnässt in die Kälte setze. Ich ahne schon jetzt, dass das meiner grundsätzlichen Zufriedenheit nichts wird anhaben können. Früher habe ich ein unglückliches Leben geführt, das gelegentlich von glücklichen Momenten unterbrochen wurde. Nun führe ich ein glückliches Leben, in dem ich hin und wieder beschwerliche Momente hinnehmen muss. So herum ist es mir deutlich lieber”.
Karl Radeber kennt seinen ZDE, seinen Zweck der Existenz oder wie er sagt Sinn des Lebens: “Sinn des Lebens ist das Leben selbst, und zwar in jedem einzelnen Moment.”
“Mein Weg zu mir selbst war ein sehr langer Prozess, der damit begann, dass ich spürte: Dies und jenes führt nicht zum Glück, es hält mich vielmehr davon ab. Je mehr ich merkte, was es nicht ist, umso mehr bekam ich eine Idee davon, was es sein könnte. Meine Vermutung ist: So richtig weiß man es nie. Aber allein das Gefühl zu haben, auf dem richtigen Weg zu sein, macht schon sehr glücklich.”


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